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Kartenlegen


Das Kartenlegen ist eine Form der Weisssagung: mit Karten werden Aussagen über Ereignisse oder Eigenschaften getroffen.

Schon in den frühen 80er Jahren hat der heutige Orakelsee Computer-Programme entwickelt, um die Wahrnehmung im sogenannt Übersinnlichen zu trainieren. Wir begannen mit den Zener-Karten: per Zufallsgenerator wurde im Computer eine der fünf Karten ausgewählt und man musste erraten, welche es war. Statistische Aufzeichnungen zeigten, dass die Erfolge oft mit dem momentanen emotionalen Zustand des „Ratenden“ zusammen hängen.
Der „alte Orakelsee“ ging dann als erster im gesamten Internet voran und liess online ein Kartenbild mischen und Karten auf eine Frage ziehen. Auf diese Auswahl und auf das computergestützte Kartenbild wurden die Antworten öffentlich gestellt. Das war damals ein riesen Erfolg. Der Andrang war so gross, dass unsere zeitlichen Kapazitäten die Betreuung des Sees nicht mehr zuliessen. 2011 beendeten wir das Orakel.
Aber eines war nach den vier Jahren des online Kartenlegens klar: Computer und Orakel können sehr nahe zusammen funktionieren.

Wie legt man Karten?

Bei dieser Frage geht es hier nicht um eine Anleitung. Diese gibt es zu Hauf, selbst aus der Feder der Schamanenstube. Es geht um die emotionale Befindlichkeit beim Kartenlegen und worauf man achtet, um gute Aussagen treffen zu können.

Es darf sich eine Grundstimmung beim Beraten einstellen, die sich auf der Sicherheit bewegt: man kennt die Karten in und auswendig, hat schon so viele Male die Karten gelegt, dass man Verbindungen zwischen den Karten ohne Nachdenken erkennen kann. Das intensive Üben legt Ordnungen beim Feld der Erinnerung, auf die man automatisch zugreifen kann. Das verhält sich ähnlich dem Autofahren: man denkt nicht darüber nach, ob man jetzt kuppeln, blinken, bremsen oder beschleunigen soll. Das Unterbewusstsein übernimmt diese Tätigkeiten. Diesen Teil der Grundstimmung beim Kartenlegen kann die Übung einem bringen. Die empfundene Sicherheit wandelt sich fast schon zu einem machtvollen Gefühl, die Karten vollständig im Griff zu haben. Das tönt abtrünnig, ist aber hilfreich für ein anderes Gefühl, das auf der Sicherheit seinen Tanz vollführen soll: die Intuition. Lateinisch meint die Intuition das hinein (intus) gehen (ire). Die Intuition kann man sich vorstellen wie das Gefühl, wenn alles richtig läuft und die Dinge einem zufallen. Heute sagt man dazu „im Flow sein“.

 

Von der Bedeutung zur Deutung

Die Bedeutung der Karten zu kennen, ist eine Sache. Auf der empfundenen Sicherheit in eine Intuition zu kommen und die Karten miteinander zu verbinden, um Geschichten erzählen zu können, ist eine ganz andere Sache. Stimmt das Grundgefühl und ist man in diesem Flow, gibt es gewisse Hindernisse, die einem aus dem Flow raus katapultieren: Ängste wie das Versagen, Unsicherheiten über die vor einem sitzende Person und die Abwertung der eigenen Fähigkeiten aufgrund fehlender Hinweise, wie die Geschichte weiter gehen soll. Wie überall ist die Fixierung auf diese Hindernisse ein Garant dafür, sie erst recht auf den Tisch zu holen.

Um diesen Job zu machen, darf man sich sehr stark um sich selbst kümmern: mit seinen Ängsten und Unzulänglichkeiten offen umgehen.

 

Kartenlegen darf einfach sein. Das meint die Gefühlslage, in welcher man es tut. Das ist der ganze Zauber dahinter. Warum das Kartenlegen funktioniert, kann niemand mit Bestimmtheit sagen.

Die Schamanenstube geht aus der Gefühlslehre wie immer davon aus, dass die Karten sich in den Ordnungen finden, wenn sie nur in der richtigen Kraft bewegt, sprich gemischt werden. Ob das zutrifft, bleibt unbeweisbar. Solche Gedanken sind irgendwann auch nicht mehr sinnvoll.

Weiterführendes findet sich an folgenden Orten:

 






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